Kosteneffizienz: POWERLINK macht Druck


 

Eine deutliche Senkung der Herstellungskosten für Commodity Etiketten (cost of label) zu erreichen, ohne Kompromisse bei der Druckqualität und der Maschinenverfügbarkeit einzugehen - das hatte sich Gallus bei der Entwicklung der Etikettendruckmaschine Gallus ECS 340 auf die Fahnen geschrieben und mit Hilfe von B&R Technik umgesetzt. Eine Kombination aus modernster Steuerungs- und Antriebstechnik und einem Maschinenbett aus Granit bildet die stabile Basis für die beeindruckenden Leistungsdaten und die niedrigen Betriebskosten der Maschine.

 

 

Der Steindruck ist das älteste Flachdruckverfahren. Anfang des 19. Jahrhunderts ermöglichte es erstmals die Herstellung farbiger Drucksachen in größeren Auflagen. Die Verwendung von Stein beim Drucken hat also eine lange Tradition. Nun greift der Schweizer Druckmaschinenhersteller Gallus für das Herstellen von farbigen Drucken erneut auf Stein zurück. Allerdings verwendet das Unternehmen das Material nicht als Druckträger, sondern fertigt daraus das Grundgestell der Inline Etikettendruckmaschine Gallus ECS 340, die dadurch besonders laufruhig ist. Die Gallus ECS 340 wurde speziell für die Produktion von selbstklebenden Commoditiy Etiketten konzipiert, also von Aufklebern im mehrfarbigen Flexodruck, bei denen auf eine umfangreiche Veredelung wie z.B. durch Heißfolie, Prägen, etc., verzichtet wird. Typische Beispiele sind hier Rückseitenetiketten von Shampooflaschen oder ähnlichem, aber auch Vorderseitenetiketten in den Marktsegmenten Lebensmittel, Industrie, Haushaltswaren und Pharma.

 

„In diesen Segmenten herrscht in der Regel hoher Kostendruck. Die Hersteller müssen mit entsprechend kleinen Margen arbeiten. Trotzdem oder gerade deshalb wollen und können sie nicht auf die für Gallus Maschinen typische hohe Druckqualität und Anlagenverfügbarkeit verzichten. Nur so können sie sich vom Wettbewerb abheben“, erläutert Stefan Heiniger, COO des Geschäftsbereichs Etiketten der Gallus Group. „Bei der Entwicklung der Gallus ECS 340 haben wir uns daher von dem Motto „Reduce to the max“ leiten lassen, um eine Lösung für diese besonders kostensensitiven Anwendungen anbieten zu können.“

 



Beeindruckende Leistung und niedrige Betriebskosten mit der Etikettendruckmaschine Gallus ECS 340.


Betriebskosten radikal reduziert

Der Spagat zwischen hoher Druckqualität und niedrigen Betriebskosten wurde dank modernster Technologien bravourös gemeistert. Nicht zuletzt mit Hilfe der B&R ACOPOS Servotechnik.

 

 „Gallus war der erste Etikettendruckmaschinenhersteller, der eine Maschine auf den Markt gebracht hat, die ausschließlich einzeln angetriebene Achsen nutzte. Nur mit Servotechnik lassen sich die hohen Anforderungen erfüllen, die an Etikettendruckmaschinen gestellt werden. Dazu gehören kurze Rüstzeiten, ein schnelles Einfahren der Maschine nach einer Umrüstung und minimaler Abfall bei gleichbleibend hoher Druckqualität. Mit der B&R Servo Technik sind wir hier ausgesprochen gut aufgestellt“, ist der Gallus Geschäftsbereichsleiter überzeugt.

 

Die Einzelantriebstechnik auf Basis von Servo Umrichtern aus der ACOPOS Geräteserie in Verbindung mit dem Hochleistungs-Echtzeitkommunikationssystem POWERLINK erlaubt es, die bis zu zwölf Druckwerke (zehn Farbregister plus zwei Stanzeinheiten) einer Gallus ECS extrem schnell einzustellen und auch bei Prozessschwankungen und Bahngeschwindigkeiten bis zu 160 Metern pro Minute dynamisch nachzuregeln. Dadurch kann in kürzester Zeit auf neue Etikettensorten und -materialien umgestellt werden, der Andruck in minimaler Zeit erfolgen und die unterschiedlichen Farben können präzise aufgebracht und damit Fehldrucke und Ausschuss vermieden werden. „Dies verbessert die Wettbewerbsfähigkeit der Etikettendruckerei und schont die Umwelt“, freut sich Stefan Heiniger.

 

Prozesskosten voll im Griff



Paolo Salvagno (li.), Geschäftsführer B&R Schweiz, mit Stefan Heiniger (re.), COO des Geschäftsbereichs Etiketten der Gallus Group.

Wegen der hohen Bedeutung der Antriebe hat Gallus im Vorfeld der Neuentwicklung der Gallus ECS im Jahre 2006 eine umfangreiche Bewertung potentieller Lieferanten und deren Technik durchgeführt. „Zum Anforderungsprofil gehörte, dass der Lieferant eine zentrale Steuerungsplattform mit den dazu passenden Antrieben im Programm hat“, konkretisiert der Gallus Geschäftsbereichsleiter. „Besonders wichtig war uns zudem die Einhaltung hoher Qualitätsstandards, die wir über Ausfallraten definiert hatten.“

 

Das hohe Qualitätsniveau trägt wesentlich zu den niedrigen Betriebskosten der Gallus ECS 340 bei. Positiv aufgenommen hat man bei Gallus auch, dass B&R ACOPOS Doppelachsmodule serienmäßig verfügbar sind und die Antriebe problemlos montiert und im Betrieb getauscht werden können - bei bis zu 50 Achsen pro Anlage kein vernachlässigbarer Faktor. Die Konfiguration erfolgt nach der Anmeldung an der Steuerung automatisch und erfordert keinen Anschluss eines Wartungsrechners oder ein manuelles Aufspielen von Software. Die Anlage muss zudem nach dem Wechsel eines Antriebs nicht neu gebootet werden. „Diese Eigenschaften reduzieren die Prozesskosten sowohl des Maschinenherstellers als auch des Maschinenbetreibers“, fasst Stefan Heiniger zusammen.

 

Kurze Downtime nach Maschinenstopp

 

Zusätzliche Einsparungen bei den laufenden Kosten bringt dem Maschinenbetreiber die Rückspeisefähigkeit der ACOPOS Antriebe. Die große Ausdehnung der Maschine, immerhin elf Meter bei acht Farben bzw. Druckwerken (bis zu zwölf Druckwerke sind möglich), stellt dabei für die B&R Lösung kein Problem dar, da der DC Kreis über entsprechende Expansionsmodule verlängert werden kann. Bei der Gallus ECS steht allerdings nicht die Rückspeisung im Betrieb anfallender (Brems-) Energie im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, die kinetische Energie bei einem Bahnriss, einem Stromausfall oder einem Notfall zu nutzen, um die Maschine ganz ohne separate USV in einen sicheren und definierten Zustand zu bringen, der einen schnellen Neustart erlaubt. Hier profitiert der Anlagenbetreiber von der integrierten Sicherheitstechnik von B&R, die eine enge und schnelle logische Kopplung mit der Standardsteuerung ermöglicht.

 

Vorteilhaft für den Anwender ist auch, dass die B&R ACOPOS Antriebe dank entsprechender Filter und Drosselmodule keinen Blindstrom ziehen, so dass vom Energieversorgungsunternehmen keine zusätzlichen Kompensationsanlagen gefordert oder Zusatzstromkosten erhoben werden.

 

Fazit

 

Die Gallus ECS 340 zeichnet sich durch minimale Makulatur und kürzeste Rüstzeiten bei geringen Betriebskosten aus und erlaubt so eine enorm wirtschaftliche Produktion qualitativ hochwertiger Commodity Etiketten. Angesichts der zahlreichen Vorzüge der Etikettendruckmaschine verwundert es auch nicht, dass von Gallus bereits mehr als 70 Maschinen mit der leistungsfähigen B&R Technik ausgestattet und ausgeliefert werden konnten.

 



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