Clevere Mobilsägewerke


Das mobile Sägewerk vom Typ Bavaria SL zeichnet sich durch optimale Mittelspannung mit viel Platz über dem Sägeblatt zum Rahmen (50 cm), mit einem großen Spannweg (30 cm) für unterschiedliche Sägeblattlängen (60 cm) und variable Durchgangsveränderung je nach Bedarf (bis 130 cm) aus.

Innovationspreis für Serra Maschinenbau

 

Technischer Fortschritt in Wald und Forst war gefragt, auf der 14. europäischen Forstmaschinen und Neuheitenschau im hessischen Groß-Umstadt (Deutschland). Nicht nur der Borkenkäfer macht vielen Waldbauern Sorgen, auch die große Trockenheit im letzten Jahr und die allgemeine Klimaerwärmung führen dazu, dass die Fichte, der Brotbaum der Forstwirte in Deutschland, mehr und mehr aus unseren Wäldern verschwinden wird. Im letzten Jahr hat die Fichte bereits stark unter dem Borkenkäfer gelitten und fiel der Motorsäge zum Opfer. Die Prognose ist, dass dies nur der Anfang war und bereits heuer wird ein doppelt so hoher Anfall an ?Käferholz? befürchtet. Der Staatsforst reagiert bereits und baut täglich allein in Bayern eine Fläche in der Größe von vier Fußballfeldern auf Misch- und Plenterwald um. In den nächsten 20 bis 30 Jahren wird die Fichte an vielen zu trocken gewordenen Standorten verschwinden. Da fällt viel Holz an, das gesägt werden muss und dafür werden viele Sägewerke benötigt.



Unternehmensleiter Hans Fritz sen. und Hans Fritz jun. mit der KWF Innovationsmedaille für den Bereich Holzbearbeitungsmaschinen.

Preisgekröntes Holzsägen

Immer wieder erfolgreich im Einsatz ist hierbei das größte, in Deutschland produzierte mobile Bandsägewerk der Firma Serra aus Rimsting (Deutschland). Die neue Bavaria SL 130 sägt Stämme bis 130 cm Durchmesser und ist mit einer elektronischen Steuerung ausgestattet, so dass die Bedienung besonders komfortabel und schnell ist. Für diese technische Neuheit in der Mobilsägebranche wurde der Hersteller mit einer Innovationsmedaille des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) ausgezeichnet. Preisgekrönt wurden dabei europäische Firmen, die durch ihre Erfindung ein neues Verfahren ermöglichen oder ein Bekanntes entscheidend verbessern konnten. Serra ist der einzige, der im Bereich ?Holzbearbeitungsmaschinen? diese Auszeichnung von Firmen aus ganz Europa bekam.

Was machen die Neuerungen für den Kunden nun so interessant und für das KWF auszeichnungswürdig? Wie der Serra-Juniorchef erklärt, ist es zum einen das neue Spannsystem für das Sägeband im variablen Sägekopf, mit dem der Bediener unterschiedlich lange Sägebänder einlegen kann und sich damit das Sägewerk im Durchmesser den Stämmen anpasst. Zum anderen ist es das durchdachte Steuerungskonzept, indem die von den Kunden herangetragenen Wünsche und Anregungen kompromisslos umgesetzt worden sind.

 

Neue Steuerungslösung

Erst im Herbst letzten Jahres wurde die Auswahl des Steuerungssystemes in Angriff genommen. Die Zielsetzung war, bereits im Januar die erste Kundenmaschine liefern zu können. Die Messe SPS/IPC/DRIVES im November 2003 in Nürnberg gab den Ausschlag sich für das Power Panel PP41 der Firma B&R zu entscheiden. Hier waren die Voraussetzungen gegeben, die Anforderungen in einem kostengünstigen Kompaktgerät bestmöglich verwirklichen zu können.

 

Mittlerweile blickt man bei Serra gelassen auf das ehrgeizige Entwicklungsprojekt zurück. Hans Fritz jun. resümiert wie folgt: ?Wir haben einen Partner für unsere Innovationen gesucht, der mit uns mitziehen kann. Unsere technologische Marktführerschaft wollen wir in keinster Weise in Frage stellen lassen. Unsere Kunden können wir wieder mit den neuen Möglichkeiten begeistern. Das war das Ziel, das wir erreichen wollten und auch innerhalb der kurzen Zeit umsetzen konnten.?

 

International und temperaturunabhängig einsetzbar

Als Steuerungsplattform wurde das Power Panel PP41 ausgewählt. Einerseits weil ein absolut kompakter Aufbau erforderlich ist, und andererseits sollte die Maschinenbedienung intuitiv über graphische Piktogramme (Bitmaps) erfolgen. Dadurch wird nicht nur die Bedienung einfacher, zugleich konnte durch diese Maßnahme die noch bei der Vorgängerversion notwendigen Texte auf 20 % reduziert werden. Aufgrund des internationalen Kundenkreises reduzieren sich dementsprechend auch die Übersetzungsaufwände. Gewisse Texte (Fehlermeldungen und dergleichen) lassen sich jedoch nicht vermeiden. Hier war aufgrund der großen Marktpräsenz im russischen Raum die Darstellung kyrillischer Zeichen eine Grundforderung, die mit den im Automation Studio integrierten ?Visual Components? mit der vorhandenen Sprachumschaltung ebenfalls elegant gelöst werden konnte.

 

Eine zusätzliche Herausforderung war die Ansteuerung der Hydraulik-Achse (Vertikal-Achse). Da das Hydrauliköl bei unterschiedlichen Temperaturen auch unterschiedliche Viskosität aufweist, ist die Verwendung von allgemein gültigen Regelparametern nahezu unmöglich. Es wurde hier ein selbstoptimierender Algorithmus entwickelt, der anhand der durchgeführten Positionierungen Veränderungen des Hydrauliksystemes erkennt und diese durch Anpassung der Reglerparameter kompensiert. Der Sägemotor wird elektrisch angetrieben. Der Vorschub regelt sich durch die Messung des Motorstromes selbst und passt sich verschiedenen Schnittbreiten und Holzdichten automatisch an.

 

Auftragsverwaltung und mehr

Für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete stehen zwei Betriebsmodi zur Auswahl. Der halbautomatische Betrieb wird in der Regel für die individuelle Bearbeitung des Stammes eingesetzt. Der Säger gibt anhand des vorliegenden Stammes seine gewünschten Brettstärken ein. Dabei unterstützt ihn die Steuerung mit der Berechnung der Anzahl der möglichen Bretter. Nach Eingabe der Brettsorten und deren Anzahl, wird der Sägevorgang gestartet. Als herauszustreichende Neuerung wurde hier ein Auftragsverwaltungsprogramm realisiert. Bei Sägewerken, die im überbetrieblichen Einsatz Verwendung finden, wird das gesägte Stammvolumen als Berechnungsgrundlage für den Schnittlohn herangezogen. Die Stämme werden vermessen und mit der Holzsorte (Eiche, Fichte, ?) abgespeichert. Diese Daten können nun auf eine handelsübliche Compact Flash Karte übertragen werden, wodurch eine einfache Übernahme der Daten in PC-Programme zur automatisierten Erstellung der Rechnungen ermöglicht wird.

Die Einsatzbereiche der Sägewerke beschränken sich jedoch nicht nur auf die individuelle Bearbeitung des Stammes durch den Maschinenbediener, genauso werden aus Edelhölzern Furniere geschnitten. Hierfür ist der automatische Betrieb anwählbar, wo die Schnittdaten aus gespeicherten Programmen entnommen werden. Bei Standardsägen ist bei einer maximalen Stammdicke von 60 cm meist Schluss, Serra-Maschinen hingegen bearbeiten wertvolle Stämme bis zu 130 cm.



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Serra Maschinenbau GmbH
www.serra.de
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